Wer hervorragend kochen will, braucht dafür die besten Zutaten. Aber was sind die „Besten“?

Was passiert, wenn der vermeintlich beste Thai-Reis auf dem Buckel ärmster Landarbeiter erzeugt wird, ein preisgekrönter Schweizer Bio-Apfel den höheren ökologischen Fussabdruck hinterlässt als sein Verwandter aus Südafrika oder das beste hiesige Rind mit genmodifiziertem Soja von Monsanto gefüttert wurde? Das internationale Foodbusiness ist nur schwer durchschaubar und steht, wie die meisten Ressourcen-Konflikte, unter starkem ökonomischem und politischem Leistungsdruck. Gewinn vs. Geschmack, Tierwohl vs. Preis, Umweltbelastung vs. Fairtrade, Vernunft vs. Labels... Foodbusiness ist die Hölle. Der Druck ist enorm und nichts und niemand heilig. Alle Parameter mit „best“ erfüllen zu wollen, ist ein Ding der Unmöglichkeit.

FLEISCH
Wir verarbeiten Rind und Schwein aus artgerechter Haltung ab Schweizer Höfen. Neu gesellt sich auch Lamm zum Sortiment. Irland, Neuseeland und Australien bieten als Hauptproduzenten von Lammfleisch zwar deutliche Preisvorteile, trotzdem haben wir uns für einheimische Produkte entschieden, die in Qualität und Geschmack der ausländischen Konkurrenz in nichts nachstehen. Dass sich dadurch auch unnötige Transportwege vermeiden lassen und die Nachhaltigkeit gefördert wird, versteht sich von selbst.

POULET
Unsere Hühner stammten bis anhin aus ungarischer Zucht, wo sie artgerecht und nach den klaren Bestimmungen des Schweizer Tierschutzes gehalten werden. Um uns zu überzeugen, reisten wir auch vor Ort und durften miterleben, dass es den Tieren dort entgegen der weitverbreiteten Meinung ausgezeichnet geht. Die langen Transportwege bereiteten uns jedoch auch hier Kopfzerbrechen, deshalb entschieden wir uns, nach einem einheimischen Poulet-Produzenten Ausschau zu halten. Wir wurden schnell fündig, aber die Überraschung war gross: Die Küken kamen aus Holland und das Futter aus Übersee. Das nennt man Schweizer Poulet!? Wir haben weiter geforscht und sind auf Mérat aus Bern gestossen: Dort stammen die Küken aus dem Wallis, die Aufzucht erfolgt unter besonders tierfreundlichen Bedingungen in der Deutschschweiz und das Futter kommt aus der Schweiz und dem angrenzenden Europa. 24 Stunden nach Schlachtung wird das Fleisch bei uns angeliefert. Hier stimmten wirklich alle Voraussetzungen! Sogar der Hühnermist wird wieder aufbereitet und findet seine Verwendung als Dünger auf dem Feld.

ENTE
Dieses edle Geflügel importieren wir aktuell noch aus Ungarn. Es stammt aus erstklassiger, artgerechter Haltung. Auch hier sind wir ständig auf der Suche nach einer optimaleren Lösung. Aber das einheimische Angebot ist bis heute preislich so unverhältnismässig hoch, dass es dem Gast unzumutbar wäre, und wir uns dieses Produkt schlichtweg nicht leisten können.

FISCH
Meeresfische wie Lachs und Wolfsbarsch stammen aus ASC-zertifizierten Aquakulturen in Norwegen und Griechenland. Hier hat die Fischzucht enorme Fortschritte gemacht. Die Aquakulturen wurden flächenmässig vergrössert, und es kommt kein Antibiotika mehr zum Einsatz. Diese Aufzuchten sind weitaus nachhaltiger als der Schleppnetz-Fischfang auf offener See. Ein nachhaltiges Zukunftsmodell mit sehr viel Potential.

CREVETTEN
Die Tiere stammen ebenfalls aus ASC-zertifizierten Aquakulturen in Vietnam. In diesen naturnahen Aufzuchten hat sich bereits sehr viel getan, und die Anlagen befinden sich in stetiger Entwicklung. Ein besonderes Augenmerk legen wir zurzeit auf die Garnelenaufzucht von SwissShrimps aus Rheinfelden. Ein spannendes Projekt, das sich aber kostentechnisch momentan nicht umsetzen lässt. Wir müssten den teureren Einkaufspreis auf den Verkauf überwälzen, und das ist verständlicherweise unmöglich: Kein Gast bezahlt 50 Franken für einen Shrimp Fried Rice.

GEMÜSE
Das Gemüse kaufen wir hauptsächlich aus lokaler Produktion. Im Winter müssen wir natürlich nach Südeuropa ausweichen, und die speziellen asiatischen Gemüsesorten beziehen wir aus Thailand. Sie stammen aus einem Gemüsebauern-Netzwerk, welches mit der staatlichen Kasikorn-Universität (Agrar-Uni) zusammenarbeitet. Auch hier waren wir schon vor Ort. Die Anpflanzung erfolgt nach modernsten Anbaumethoden, ist frei von Pestiziden und wird sowohl in Thailand wie auch in der noch viel strengeren Schweiz von unabhängigen Laboren kontrolliert.

TOFU
Unser Tofu wird von Futur-Natur aus Frutigen geliefert. Eine kleine Sensation, denn der Tofu wird aus 100% Schweizer Bio-Sojabohnen hergestellt. Ein Top-Produkt!

EIER
Seit Jahren beziehen wir unsere Eier vom Schweizer Bio-Eier-Pionier Hosberg aus dem Zürich Oberland. Produziert werden die Eier nach den Bestimmungen von Bio-Suisse und sind qualitativ erste Klasse. Natürlich haben sie auch ihren Preis.

GLUTAMAT
Immer wieder taucht die Frage nach dem Glutamatgehalt in Speisen auf. Prinzipiell gibt es zwei Möglichkeiten: Glutamat kommt natürlicherweise in Lebensmitteln vor oder es wird künstlich hinzugefügt. Natürliches Glutamat ist neben den vier bekannten Geschmacksrichtungen süss, sauer, salzig und bitter verantwortlich für die Intensivierung und Verdichtung aller Gechmackswahrnehmungen. Sie wird umami genannt und gilt als fester Bestandteil der asiatischen Küche. Wir fügen unseren Speisen kein künstliches Glutamat zu! In den verwendeten Zutaten (z.B. Sojasauce) kann es jedoch Glutamat enthalten. Fazit: Alle LILY’S-Gerichte ungeniert geniessen und dafür besser einmal ein Fondue weniger essen, falls Glutamat nicht erwünscht.

VEGAN
Selbstverständlich bietet LILY’S Gerichte an, die aus nicht-tierischen Zutaten zubereitet sind. Einfach beim Service nachfragen.

ALLERGIKER
Wir bieten zudem gluten- und laktosefreie Gerichte an. Auch hier einfach beim Service nachfragen.

BIER
Die klassisch asiatischen Biersorten sind ohne Sprechen die idealen Begleiter zu jedem Curry. Das gab uns den Antrieb, unser Sortiment mit einheimischen Hopfen zu erweitern. In Zusammenarbeit mit der Turbinenbräu brauten wir gleich zwei eigene Biere: LILY’S BLOND und AMBER. Kräftig im Geschmack passen ganz einfach fantastisch zu den scharfen, asiatischen Speisen.

TEE
Japan, China, Korea, Taiwan? Nein, unsere Tees stammen erntefrisch von kleinen Berg-Plantagen aus Nepal. In Zusammenarbeit mit Nepali Tea Traders entstehen dort neue Verarbeitungsarten wie z.B. die geräucherten Grünteeperlen. Das Projektteam sorgt für gerechte Löhne der Pflückerinnen sowie für Schulen in den Berggebieten. Knospen, Triebe oder junge Blätter werden in vier Erntezyklen gepflückt: Frühling, Sommer, Monsoon und Herbst. Durch die unterschiedlichen klimatischen Bedingungen entstehen so sehr diversifizierte, delikate Aromen. Und das aus nur einer Pflanze – faszinierend! Bei 81° Celsius aufgebrüht, das ganze Blatt unkompliziert im Wasser ziehen lassen, entfalten sich bis zum Schluss neue Aromen und Geschmackswelten.

KAFFEE
Wir setzen auf alle geniessbaren Produkte vom Kaffeebaum! Kaffeeblüten und Kaffeeblätter stammen aus einem Fair Trade Projekt in den Bergen von Mae Salong, Thailand. Kaffeekirschen, auch „Cascaras“ genannt, werden in Costa Rica geerntet und getrocknet. Diese Spezialitäten erlauben ganz neuartige Eindrücke für Nase und Gaumen. In der LILY'S FACTORY bieten wir Single Origin Kaffeebohnen aus den Bergen Myanmars und den Regenwälder Sumatras an. Beide in eher heller Röstung von ViCafé in Eglisau. Mit dem Verkauf unterstütz ViCafé in Sumatra das Oran Utan und Regenwald Projekt von Regina Frey.

Und wer die Essenz aus dem ganzen Kaffeebaum erleben will, probiert unseren LITTLE BIG.